World Business Forum 2006
Also die Dinge hier in New York laufen großartig. Ich wurde von Keith Ferrazzi zum World Business Forum 2006 eingeladen - und es war der Wahnsinn. Anwesend waren 4.000 Top Executives der ganzen Welt (30 Nationen), dabei natürlich: Bill Clinton, Jack Welch, Colin Powell, Malcom Gladwell, Larry Bossidy, Rudy Giulianin und ein paar weitere Top Speaker. Also das war auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, mich nicht mehr ärgern zu müssen, dass ich bei den VMA's nicht in die Radio City Music Hall gekommen bin. Das Business Forum war nämlich genau dort und diese Halle ist unglaublich. Die Speeches waren natürlich toll, vor allem weil ich mir als -Normal-Mensch- das nicht wirklich leisten könnte ($2.400 Eintritt). Am meisten hat es mich erstaunt, dass es wirklich Leute gibt die das aus der eigenen Tasche zahlen. Vor allem der eine oder andere Selbstständige hat es wichtig genug empfunden und diesen Horror Preis bezahlt. Gut, aber man sollte auch sagen, dass ein "Selbstständiger" hier in Amerika sofort mal ein Millionär sein kann. Also der hat sich das sicherlich locker leisten können.
Ich hatte auch die Chance ein paar Leute von Keith's Team zu treffen und wen treff ich? Einen Südtiroler! Irre. Gut, der ist schon eine Weile in der USA, hat hier auch studiert. Aber es war lustig in dieser seltsamen Umgebung plötzlich wieder Deutsch reden zu können. Gegen Mittag hatte ich das Glück und bin ins Sheraton Hotel, New York zum Networking Lunch eingeladen worden. Sehr, sehr! eindrucksvoll. Man wird an einen Tisch gesetzt, rundherum nur Executives, Investoren und ähnliche Gesellschaft. Ich setz mich hin und denk mir, naja, ess ich halt, wenn ich schon keinen kenn. Aber falsch gedacht. Das hieß nicht umsonst Networking Lunch. Kaum hingesetzt geht es schon los. Der Typ rechts neben mir war ein relativ großer Macher bei JP Morgan Chase (eine riesen Bank in der USA), die Frau neben mir war bei den Starwood Hotels Frankreich Chief of HR und ein Typ weiter verdient hundertausende Dollar damit, dass er reichen Leuten erklärt was sie an ihrem Essensplan ändern müssen um fit zu bleiben und geht jeden Tag mit einem anderen "gut betuchten" Laufen und macht ein bissal Sport. Der ist relativ erfolgreich damit, was sich auch am Tisch gezeigt hatte. Er musste 4 mal hintereinander eine Visitenkarte austeilen weil ihm jeder sofort seine Gesundheitsprobleme auftischte. Und was hat er vorher gemacht? Nichts, er hat eine Lehrerausbildung für Ernährungswissenschaften und sich selbstständig gemacht. Geld verdient er halt (vermute ich) deswegen so gut weil er das halt an die bedürften (= Top Executives) "verkauft". Keith Ferrazzi ist auch einer seiner Kunden und der wiederum freut sich irre, dass er jemanden hat mit dem er laufen gehen kann und der ihn ein wenig fordert sportlich. Irre. Ich möchte mal bei uns daheim einen reichen Ernährungswissenschaftler sehen der noch unter 30 ist.Auch Österreich kam zur Sprache als sich die Leute über mich erkundigt haben. Erst wollte ich meinen "Haha, no Kangaroos" Schmeh auspacken, aber das wär nicht aufgegangen weil alle Österreich Fans waren. Kein Schmarrn. "Yes yes, Kitzbuhl" - usw... Fast jeder am Tisch war schon einmal Schifahren in Österreich. Wenigstens etwas das unser Land vorweisen kann. Zum Schifahren fliegen die Bankmanager entweder nach Aspen/USA, Frankreich oder Österreich. Also immerhin. Dann meinte der JP Morgan Chase Manager, - ja er plane eh wieder nach Österreich zu kommen. Ich seh meine Chance, will meine Visitenkarte zücken. Verdammt - daheim vergessen. Nichts zum schreiben dabei und ich denk mir, bevor ich ihm nun erklär das er 01143650 vorwählen muss um meine Handynummer in Österreich zu erreichen und mich zum Affen mach weil ich keine Karte dabei hab, dann lass ichs lieber. Das hat mich was geärgert. Aber naja. Keith Ferrazzi hat sich dann vorgestellt und mir angeboten mich dem Ex-CFO von Oracle vorzustellen. Und das hab ich auch verbockt weil das wär um 2.30pm gewesen und zu der Zeit hab ich mir schon wieder die nächste Speech in der Radio City angehört. War ein kleines Missverständnis. Mir scheint langsam ich krieg hier lauter Goldchancen (siehe vorige Einträge) angeboten und versemmel eines nach dem anderen. Aber hey, es geht ja erst los. Was vielleicht noch interessant war, sind die 2 Fragen die mich während dieser 2 Tage jeder gefragt hat:
"Where did you study?" und "How come you are in America?"
Und ich anfangs noch stolz: "Vienna Business University, heard of it?" - "No sorry, but Salzburg is nice in Austria!". Super. Kein Mensch kennt die WU. Und ich hab natürlich jedem die Visageschichte aufgedrückt in Hoffnung das einer die richtige Connection auspackt. Immer gesudert: Ja ich will in die USA und permanente Erlaubnis fürs arbeiten - aber das is so schwer. Und dann hoffnungsvolle Blicke meiner Seite - aber es kam immer nur: "Oh I know, that's almost impossible!". -- Verdammt!
Also, Status: Ich hab noch keine Idee wie ich an eine Greencard komm.
Und das ist schlecht. Aber, good news (und bad news!) - Obwohl ein Harvard Studium gute $100.000 aufwärts kostet - hat man das Investment als typischer Harvard Absolvent bereits nach 3 Jahren herinnen. Das klingt ja gar nicht so schlecht. Aber dazu brauch ich mal diese $100.000. Wer weiß, vielleicht liest ja jemand mit der gach soviel Cash auf der Seite hat und mich dann von mir aus 5 Jahre an einen Vertrag knebeln will. Fine with me!
Es sind mittlerweile NUR NOCH 2 Wochen die ich hier bin. Das ist schrecklich. Ich will gar nicht heim. Die USA war so gut zu mir! Dafür brauch ich in Österreich noch 10 Jahre was hier in 2 Tagen geht. Jetzt komm ich natürlich in den Last-Minute-Sightseeing Stress. Man kann um ca. $15 von New York bis nach Boston fahren (dort is Harvard etc....) - das werd ich mir eventuell noch ansehen. Tja, 2 Wochenenden noch (dieses und nächstes) - beim übernächsten flieg ich schon zurück. Schrecklich. Aber naja.
Nun gut, das wars, mit etwas Verspätung vom World Business Forum 2006.

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